Beiträge zu Systemtheorie, Information, Physiologie, Soziologie und Technologie ... Nucleus of the contributions is to represent by theory possibilities concerning the informational properties in form and function of systems as well as their evaluation until arithmetic transcription

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Autor
  Dominikus Forcht, D-71640 Ludwigsburg; 06. April 2009   /  Kontakt
Systemtheorie...Information
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Gesamtübersicht des Buches / Impressum und Inhaltsverzeichnis

Menue (Abschnitte, je mit Kapitel und Artikel)
  1     Zum Titel der Niederschrift    6     Systemcharakteristik in Arbeitsstrukturen 
  2     Einführung    7     Technik nach physiologischem Vorbild 
  3     Perspektive "Systemtheorie"    8     Parabel / Kommunikation 
  4     Individualität und Physiologie der Systeme        Literaturverzeichnis 
  5     Physiologie der Gesellschaft   


Differentielle Philosophie, Motive und Relationen
 

Philosophie befaßt sich mit der Beschreibung der durch Naturforschung wahrgenommenen und erkannten Welt. Interpretationen und Formulierungen auf hohem Niveau (z.B. Bloch... Jaspers... Heidegger... Sartre...) zeigen, daß das mit Begriffen und Kategorien unseres Denkens bezeichnete Sein vom Individuum ausgeht, und daß die „Welt“ heute Ergebnisse des Sozialen repräsentiert und rückwirkend das soziale Verhalten des Individuums formt. Hieraus können Lehren gewonnen werden, geeignet, das individuelle, soziale und politische Streben des Menschen auf höhere Ordnung hin zu entwickeln.
 
Anders die Darlegungen des hier vorgestellten Projektes:
Sie begünstigen eine subjektneutrale Philosophie, die "universal Gültiges" formuliert, und das Beobachtbare darauf bezieht. Dieses gelingt mit Hilfe der Allgemeinen Systemtheorie, wie von LUDWIG VON BERTALANFFY gefordert.
 
Aus Sicht des Menschen geurteilt, sind Theorien immer Denkvorschläge. Gelegntlich bieten sie auch ein Instrumentarium, durch welches intelligente Wesen in die Lage versetzt werden, die Existenz- und Entwicklungsfähigkeit für sich und andere zu verbessern. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn die Möglichkeiten der menschlichen Wissens- und Handlungsfähigkeit sind noch nicht ausgeschöpft.
 
So wird also die Allgemeine Systemtheorie (mit ein paar Korrekturen) als Vehikel gewählt, denn alles, vom Individuum und dessen Gemeinwesen, bis hin zum Universum, kann als System betrachtet, untersucht und artikuliert werden. Systeme sind Gebilde, die aus Wechselwirkungen hervorgehen und selbst auch Anlaß für Wechselwirkungen sind. In Wahrheit gibt es im Universum nur Wechselwirkungen, welche unter gewissen Bedingungen sichtbar und meßbar, im übrigen aber für die menschliche Wahrnehmung latent, aus [Information mal Energie] hervorgehen und im Falle ihrer Teilnahme an neuerlichen Wechselwirkungen [Information mal Energie] verbrauchen.
 
Da der Mensch die im Universum verfügbare Energie (in welcher Zustandsform und mit welchen Koeffizienten auch immer) nicht mehren sondern nur für bestimmte Zwecke funktional ändern kann, bleibt einzig die Auffassung, daß das Sein insgesamt informational konstituiert ist.

Wie muß die Grundbedingung unserer Welt, = "Information", gesehen werden ?  
Wir können nur Symbole wählen, gleich ob im Sinne von Sprache oder -- wie hier -- als Bild.
In diesem Sinne "symbolisch verkürzt" können wir die Uraktivität von Wechselwirkungen sehen.
Dazu die Tatsache, daß die absolute Ressource von Wechselwirkungen in der Einheit von physiologischer Information und Energie gegeben ist.
 
Hier ein Moment universaler Wechselwirkungen im "Leben eines Knotens"  
 ...und wie die Entwicklung weiter fortschreitet...
Die Fortsetzung dieses Prinzips im selbst regenerierenden und selbst reproduzierenden System kann nun in folgender Weise dargestellt werden:  
"Rückkopplungen" oder "Regelkreise":
Diese Grafik symbolisiert, was man sich unter den informationalen Wirkungen vorstellen kann, die in der Physiologie eines Individuums (ggf. über Generationen hinweg in Entwicklung) als qualitative Implikationen im Verhaltensrepertoire in Erscheinung treten. Für höhere Individuen müßte noch ein "Strategie kontrollierender Regelkreis" hinzu genommen werden, der dann auch erheblich weiter aufgefächert erscheinen würde.
(Daß mit Aktivität und Kontrolle -- abgesehen von sonstigen Einflüssen -- genetische Effekte einher gehen und auf die Regelung wiederum einwirken, ist im Entwicklungsgedanken eingeschlossen, gehört aber zu einem Spezialgebiet, das hier nicht zur Ausführung vorgesehen ist.)
Da wir "Information" im allgemeinen aus der quantisierenden (bit) Informationstheorie kennen, war es ein wichtiges Anliegen, nun eine Vorstellung über die physiologische Information zu entwickeln, wiederum symbolisch dargestellt in folgendem Bild, das besonders darauf verweisen muß, daß wir prozessuelle und potentielle physiologische Information zu unterscheiden haben. 
Prinzip der Informationszyklen in natürlichen Prozessen

Die symbolisch vertikal aufsteigend dargestellten Prozeßteile betreffen die Sicht auf das universelle Prinzip; es gilt neutral für alle physikalischen Dimensionen, wie Raum, Masse, Geschwindigkeit u.a.
Erläuterung:
Im Anfang steht [A] synonym für (fokal und allgemein vorhandene) potentielle Information (materiell oder geistig repräsentiert). Bei Auftreten eines Gefälles zwischen Potentialen [B] entsteht zwangsläufig prozessuelle Information [C]. Der Zyklus führt in das momentane Relikt dieses Vorgangs, und das ist wieder potentielle Information = [D]. Die Darstellung gilt neutral zu allen Erscheinungsformen von Information, wie Raum, Zeit, Masse, Geschwindigkeit u.a. Das Feld [D] ist gestrichelt umrandet, um die Durchlässigkeit gegenüber A anzudeuten; Durchlässigkeit meint hier, daß es wesentlich sein kann, wenn u.a. informationale Momente produziert wurden, die in A schon vorhanden sind. Das kann zur Stärkung des betreffenden informationalen Momentes in [A] führen und/oder in [D] zusätzliches Gewicht verleihen. Da sie immer und grundsätzlich an Energie gekoppelt sind, so erklärt sich das fortwährende Entstehen neuer Entitäten. Ihre individuellen formalen und funktionalen Eigenschaften, die mit der jeweils herrschenden Konstitution von Information verbunden sind, entscheiden über Art und Dauer ihres Fortbestandes.
...und wo bleibt nun die wunderbare, quantisierende Informationstheorie, wie sie dem interessierten Zeitgenossen in Medien und eigenen Gedanken täglich begegnet ?
 
Im Geleitzug der Kybernetiker und Computer-Pioniere ca. 1940 bis 1960 (JOHANN VON NEUMANN, NORBERT WIENER u.a.) war CLAUDE ELWOOD SHANNON wesentlich an der Entwicklung jener Theorie beteiligt, welche - problemorientiert - eine Optimierung der technischen Nachrichtenübertragung zum Ziel hatte. Hier war beispielsweise die Frage zu klären, wieviele bits benötigt werden, um eine Nachricht unter definierten Bedingungen mit einer definierten Sicherheit des Inhalts zu übertragen. Ein direkter Bezug dieser Informationstheorie zu Semantik, Bedeutung und Wissen besteht aber nicht. Das bit ist nichts anderes als eine Codierungseinheit. Shannon selbst nennt seine Arbeit auch nicht Informations- sondern Kommunikationstheorie.

Die Informationstheorie nach SHANNON ist also Grundlage von statistischen Methoden, um Nachrichtenflüsse in technischen Medien zu messen und Relationen zu Kanal- und Speicherkapazitäten sowie Sicherheit und Korrekturmöglichkeiten zu entwickeln und zu beurteilen. Das sind technologische Aufgaben; aber die Umsetzung dieser Theorie in anderen Wissenschaften führt ins Leere. Mit Bit-Strukturen könnten nur wenige Aspekte von natürlichen Phänomenen beschrieben werden, weil die natürlichen Phänomene aus vielen Prozeßphasen herrühren, die für den Menschen oft nicht einmal erkennbar sind. Die Tatsache, daß man mit 1-/0-Präsentationen arithmetisch verfahren kann, ähnlich wie mit beliebig anderen Zahlen, so daß ein direkter Anschluß zur Mathematik herstellbar ist, ist noch kein Grund, in den 1-/0-Präsentationen etwa die Metaphysik von Universum, Leben und Kunst zu suchen, wie schon vielfach beobachtet.

In den Jahren nach 1950 gründete sich auf jene quantisierende Informationstheorie in anderen Wissenschaften das grandiose Mißverständnis, die Natur könnte etwas mit dieser Informationstheorie zu tun haben. Mehr oder weniger latent wurde mit der Idee gespielt, diese Informationstheorie könnte eine Art "Quantentheorie des Geistes" sein. Aber Information ist einzig und allein dort, wo ein "Ding" seiner eigenen Physiologie gemäß reagiert und dadurch (gleich ob bewußt oder unbewußt) selbst vorgibt, welche Teile von potentieller Information wie, wann und mit welcher Bedeutung weiter umgesetzt werden. Das gilt für alle Arten von natürlichen Systemen, auch analog bis hin zum atomaren und molekularen Bereich.
Folgendes Beispiel weist auf die Problematik hin: Subjektiv qualitative Momente von und in Prozessen sind "quantitativ" nicht verifizierbar. Bit-Strukturen sind zwar informationale Repräsentation, aber allein zur Erklärung eines Prozesses nicht geeignet: Prozesse, die ja aus dem Gefälle zwischen Potentialen hervorgehen, können lediglich durch die Relationen beschrieben werden, die in dem Potentialgefälle herrschen. Vorgänge in natürlichen Systemen resultieren aus vielfältig aufeinander bezogenen Relationen und sind daher nicht als Bit-Menge und daher nicht als Bit-Struktur erfaßbar.
In den Berichten des bekannten Wissenschaftsjournalisten JOHN HORGAN, AN DEN GRENZEN DES WISSENS, ist vermerkt, wie SHANNON sich in persönlichen Gesprächen mit HORGAN skeptisch äußerte; er gibt an:

"Shannon selbst zweifelte, ob gewisse Anwendungen seiner Theorie zu greifbaren Ergebnissen führen würden: »aus irgendeinem Grund glauben gewisse Leute, sie [die Informationstheorie] könne etwas über Bedeutungen aussagen« ... »doch das kann sie nicht und dazu war sie auch nicht gedacht.«"

Nach HORGANs Ermittlungen wurde versucht (sinngemäß), die Informationstheorie in Linguistik, Psychologie, Volkswirtschaft, Biologie, »...und sogar in die Geisteswissenschaften...« einzuführen, und wörtlich u.a.:

"So versuchten beispielsweise mehrere kluge Köpfe, Formeln aus-zuhecken,
die die Qualität von Musikstücken zu deren Informationsgehalt in Beziehung setzen..."

Für natürliche, evolutiv potente Systeme gibt es nur Wechselwirkungen, deren informationale Implikationen in kleineren oder größeren Teilen per Reaktion aufgenommen werden. Das dürfte in den meisten Fällen so vor sich gehen, wie im Bild oben gezeigt. Es ist die existenziell notwendige, sich sporadisch und temporär verhaltende Physiologie eines Systems, die im Zuge des Reagierens "entscheidet" (gleich ob bewußt, vorbewußt oder rein reaktiv), welche Information bei welcher Interpretation, wann, mit welchem Gewicht usw. aufgenommen wird und in welcher Wechselwirkung sie (gleich ob nach innen oder nach außen gerichtet) wiederum zur Wirkung gelangt.
 
Und weiter aus "Gehirn und Geist" von EDELMAN und TONONI eine heiter mahnende Wahrheit, die an Computerfachleute und Hirnforscher gleichermaßen gerichtet sein könnte:
 
"...Neurone lösen keine floating-point-Aufgaben..." 
 
Trotzdem leistet das Gehirn von Menschen und anderen Primaten Funktionen, die von Computern nur schwer nachzubilden sein dürften. Um derart natürliche Funktionen zu realisieren, bedient sich ein Nervensystem ganz anderer Methoden...
(Lesen Sie weiter in den HTML-Seiten aus obigem Menü, wie z.B. Relationale Informationstheorie und besonders in den unter Manuskript angebotenen PDF-Schriften.)
 
 
 
 
 
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